Ergänzend zum Unterricht in Geschichte und Politische Bildung bot sich für die Schüler:innen Ende April eine besonders wertvolle Gelegenheit, Geschichte durch persönliche Begegnungen zu erleben. Zwei eindrucksvolle Zeitzeugenbesuche ermöglichten dabei einen nachhaltigen Einblick in individuelle Lebensgeschichten und historische Zusammenhänge.
Am Freitag, dem 24.04.2026, war Stefan Horvath zu Gast. In einem sehr persönlichen und bewegenden Vortrag berichtete er der 4B, 4D, 5A und 5C über sein Leben als Angehöriger der Minderheit der Roma sowie über seine Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung in Österreich. Mit großer Offenheit schilderte er die Herausforderungen, mit denen er im Alltag konfrontiert war, und machte zugleich deutlich, wie wichtig gegenseitiger Respekt, Toleranz und Zivilcourage in unserer Gesellschaft sind. Seine authentische Erzählweise ermöglichte es den Schüler:innen, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Emotional schilderte er am Ende auch seinen persönlichen Umgang mit dem Terroranschlag in Oberwart, bei dem u. a. sein Sohn ermordet worden ist.
Am darauffolgenden Montag berichtete Frau Elisabeth Ganglberger der 5E, 6D und 6E aus ihrem bewegten Leben. Sie erzählte von der Flucht ihrer Eltern nach Shanghai und schilderte anschaulich die Lebensumstände ein einer „Designated Area“. Besonders eindrücklich waren ihre Schilderungen des Alltags sowie der Herausforderungen, denen sie und ihre Familie begegneten. Auch die Zeit nach ihrer Rückkehr nach Österreich thematisierte sie offen und sprach über Erfahrungen mit Antisemitismus, die sie weiterhin machen musste.
Beide Zeitzeugenberichte hinterließen bei den Schüler:innen einen nachhaltigen Eindruck. Sie machten Geschichte greifbar und zeigten eindrucksvoll, welche Auswirkungen Vorurteile, Diskriminierung und Verfolgung auf das Leben von Menschen haben können.
– Alexander Prucker


