Polen
(Referat von Peter Koch, 7A)

 

 Die Fläche Polens beträgt 312 685 km², was ca. der vierfachen Fläche Österreichs entspricht. Weltweit liegt Polen im Bezug auf die Fläche an 68. Stelle und in Europa an der siebenten Stelle.

      Die Einwohnerzahl Polens beträgt 38.666.000, dies aufgerechnet auf die Fläche ergibt eine Dichte von 124 Personen pro Quadratkilometer. Jedoch schwankt die Dichte zwischen den Gebieten Warschau, Lodz und der oberschlesischen Region (mehr als 500 Einwohner pro Quadratkilometer) und der nord-ostpolnischen Wojewodschaft Podlachien (50 Einwohner pro Quadratkilometer) stark.

  

1         Klima

1.1        Temperatur

  In weiten Bereichen Polens liegen die durchschnittlichen Juli-Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius (Hartberg: 18,5°C). Im Winter gibt es durch das kontinentale Klima größere Temperaturunterschiede als im Sommer, so ist die durchschnittliche Jänner-Temperatur in Posen (westliches Polen) -2,2 Grad Celsius, in der Hauptstadt Warschau -3,3 Grad Celsius und in Suwalki (im Nordosten des Landes, an der litauischen Grenze) -5 Grad Celsius (Hartberg: -1,5°C). Die tiefsten durchschnittlichen Jännertemperaturen findet man in der Tatra mit    – 8,6°C und die höchsten Julitemperaturen in Breslau mit 24,3°C. In Warschau schwanken die Temperaturen zwischen durchschnittlich –3,3°C im Jänner und 17,9°C im Juli. Im Gebirge nimmt die Temperatur um etwa 0,7°C pro 100 Höhenmeter ab.

Klimadiagramm Warschau  Nur im Süden schirmen die höheren Gebirgszüge, Sudeten und Beskiden,  Luftmassen ab, ansonsten können von allen Richtungen Luftmassen ohne Behinderungen ins Landesinnere vordringen. Hauptsächlich sind dies westliche Winde, ozeanische Luftmassen und aus dem Norden kommende polare, kontinentale Luftmassen, die vor allem im Winter die Temperaturen ins Negative beeinflussen. Aufgrund der unterschiedlichen Vermischung der Luftmassen ergeben sich von Jahr zu Jahr Unterschiede im Wetterverlauf.

  Im Osten des Landes und den Grenzgebirgen im Süden gibt es relativ lange und strenge Winter, wodurch sich auch eine kurze Vegetationsperiode ergibt.

1.2          Niederschlag

    Durch die eher geringe Seehöhe Polens gibt es auch ausgesprochen wenig Niederschlag, so beträgt das Jahresmittel in weiten Gebieten im Zentrum des Landes weniger als 500 mm Niederschlag (in Hartberg ca. 780 mm Niederschlag). Die höchsten Niederschlagswerte findet man an der Ostseeküste mit 700 bis 800 mm. In der Hauptstadt liegt das jährliche Mittel bei 519 mm. Hauptniederschlagszeit sind die Sommermonate. In dieser Zeit können im südlichen Polen Regenfälle als langanhaltende Wolkenbrüche niedergehen und dadurch Überschwemmungen und Hochwasser auslösen.

  Zwischen Weichsel und der östlichen Grenze ist der Niederschlag an über 80 Tagen Schnee.

  

1.2.1        Probleme in der Umstellung von Plan- zur Marktwirtschaft

   Die Umstellung begann im Herbst 1989 als der damalige Regierungschef Tadeusz Mazowiecki einem Mitarbeiter der Warschauer Wirtschaftsuniversität den Auftrag gab, Polen aus der Planwirtschaft zu führen. Zu dieser Zeit gab es eine Wirtschaftskrise welche eine schwierige wirtschaftliche Ausgangslage für die marktwirtschaftliche Transformation  zur Folge hatte.                                                    

  Die Preise wurden zu dieser Zeit von der Regierung bestimmt. Weiters trugen die Lohnzugeständnisse der Kommunisten zu weiteren Problemen, sprich Versorgungsengpässen, das 1989 in einer Hyperinflation endete (über 100%). Dazu hatte Polen auch noch eine große Auslandsverschuldung.

  Dadurch musste der Außenhandel liberalisiert und eine Stabilitätspolitik nach den Richtlinien des IWF durchgeführt werden um die Hyperinflation zu bekämpfen. Die Konsequenz der Liberalisierung des Außenhandels war eine starke Abwertung des Zloty. Dies musste möglichst schnell abgewickelt werden, so, dass die marktwirtschaftlichen Reformen Wirkung zeigten, die Inflation wieder auf ein  „normales“ Niveau sank und die staatlichen Unternehmen zu einer Anpassung, wie es die Marktwirtschaft verlangt (z.B. Kostenreduzierung) gezwungen werden konnten. Durch diese Maßnahmen konnte eine Aufschiebung der Schuldentilgung und sogar eine Schuldenreduzierung erreicht werden. Weiters gab es eine Unterstützung des IWF von ungefähr 1 Milliarde Dollar und die EU genehmigte Polen frühzeitig Handelserleichterungen.

  Im großen und ganzen wurden die Vorstellungen erreicht (Eindämmung der Hyperinflation), obwohl es in den ersten beiden Jahren zu wirtschaftlichen und sozialen Einbußen kam (Produktionsrückgang, Anstieg der Arbeitslosenrate, Reallohnsenkungen).

  Da die Preise von der Regierung freigegeben wurden gab es ein Gleichgewicht der Märkte und keine Versorgungsengpässe mehr. Die Außenhandelsliberalisierung schuf neue Exportmöglichkeiten und belebte die inländische Konkurrenz. Außerdem konnte überraschenderweise ein positiver Staatshaushalt (1990) erreicht werden. Es gab allerdings eine zwar erwartete, aber nicht in diesem Ausmaß vorgesehene Rezession, das heißt das Bruttoinlandsprodukt nahm im Jahre 1990 um 12 % ab. Ein Grund für dieses war, dass der Handelskontakt mit den ehemaligen sozialistischen Partnerländern abbrach.

  Obwohl der Übergang zu radikal war gab es weiters keine Streiks oder Auflehnungen  gegen die Umstellung. Polen verzeichnet seit 1992 ein stetiges Wirtschaftswachstum und das Sozialprodukt stieg gegenüber der Zeit vor der Transformation um ein Drittel an, weiters konnte die hohe Inflation bekämpft werden (heute: 10,1%). Jedoch gibt es auch noch immer Problembereiche wie zum Beispiel die Arbeitslosenrate (16,7%) und das Haushaltsdefizit.

  

2         EU-Beitritt 

  Am  4. August 1994 stellte Polen den Antrag zur Aufnahme in die Europäische Union, jedoch entschloss die EU erst im Jahre 1997 auf dem Luxemburger Gipfel, ab 1998 Beitrittsverhandlungen mit Polen und fünf weiteren Ländern zu führen.

 2.1        Bedingungen der EU

   Im Jahre 1993 setzte die Europäische Union die Kriterien für die Neuaufnahme eines Landes auf und so kamen folgende vier „Hauptbedingungen“ zu Stande:
· 
 Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
· 
 funktionsfähige Marktwirtschaft
· 
 Wettbewerbsfähigkeit im Binnenmarkt
· 
 Übernahme aller Vorschriften des in der EU geltenden Rechts
· 
 Übereinstimmung mit den Zielen der Wirtschafts- u. Währungsunion sowie der Politischen Union

   Diese Bedingungen wurden am bereits oben genannten Luxemburger Gipfel nochmals in 29 Kapitel unterteilt die zur Grundlage der Beitrittsverhandlungen dienen sollen. Hierbei gibt wiederum drei verschiedene Säulen: 1. Wirtschaftsfragen, 2. Außen- u. Sicherheitspolitik und 3. Innen- u. Justizpolitik. Polen hat bis zum November 2001 18 dieser 29 Kapitel erfüllt, ist aber trotzdem hinter anderen Beitrittskandidaten wie Zypern und Ungarn (23 erfüllte Kapitel) zurück.

 

2.2        Uneinigkeiten zwischen Polen und der EU

   Problemkapitel sind die Landwirtschaft, die Freizügigkeit der Arbeitskräfte und der Umweltschutz.

   Das landwirtschaftliche Problem ist dieses, dass Polen befürchtet, dass es einen Ausverkauf der Agrarflächen gibt, da die Grundstückspreise in Polen sehr niedrig sind. Aus diesem Grund fordert Polen eine 18-jährige Übergangsfrist. In dieser Zeit müsste beim Kauf eines landwirtschaftlich genutzten Grundstücks um Genehmigung gefragt werden. Für dieses Problem ist aber eine rasche Lösung möglich, die EU möchte eine zwölfjährige Frist zulassen.

 Außerdem fordert Polen sofortige Zuschüsse für die Bauern ab dem Beitritt, die bis zum Jahre 2006 in der Agenda 2000 nicht vorgesehen sind.

   Unstimmigkeiten gibt es auch noch im Bezug auf die Freizügigkeit der Arbeitnehmer. Die EU möchte hier eine siebenjährige Übergangfrist, das heißt, dass in dieser Zeit keine polnischen Arbeiter in anderen Staaten der EU arbeiten dürften. Polen hingegen verlangt die sofortige Öffnung des Arbeitsmarktes.

  Im Umweltschutz gibt es noch einige Verbesserungen in Polen zu tätigen, so müssen zum Beispiel größtenteils noch Kläranlagen installiert werden

2.3        Hindernisse auf dem Weg in die Union

   Eigentlich könnte es nur zwei Hindernisse für den Beitritt Polens geben: die Hinausschiebung der Verhandlungen durch die oben angeführten Unstimmigkeiten (Übergangsfristforderungen beider Seiten) und die Verweigerung der Aufnahme zur EU (z.B. die Ablehnung des Vertrags von Nizza durch Irland).

   Sollten all diese Uneinigkeiten aus dem Weg geräumt sein, so wird Polen mit den anderen fünf Beitrittskandidaten 2003 den Beitrittsvertrag unterzeichnen und möglicherweise damit ab 1. Jänner 2004 Mitglied der Europäischen Union sein